Autisten beraten Autisten

Autismusberatung

Peerberatung

Das bedeutet, Menschen mit selbiger Behinderung, selbiger Problemkenntnis aufgrund selbiger Erfahrung und Sichtweise ihren Mitbetroffenen zur Seite stehen. Für Autisten, die sich mit etwa 1% in aller Regel gesellschaftlich als Minderheit erleben, ist der Erfahrungsaustausch mit “Gleichgesinnten” eine echte Bereicherung und ein Gewinn an Lebensqualität. Ein autistischer Berater begegnet mit Verständnis und uneingeschränkter Akzeptanz, für die jeweilige andere Art der Wahrnehmung und des Denkens, seinen Klienten. Für die meisten Autisten ist so ein Gespräch ein einmaliges Erlebnis mit dem Gefühl, dass endlich jemand “seine Sprache” spricht.

Einzelberatung

Autisten Informieren bietet seit 2016 bedarfsorientierte Beratungsgespräche an. Vor allem erwachsene Autisten sind nach der Diagnose oft ratlos. Wer hilft ihnen nun weiter und welche Hilfen stehen ihm zu? Welcher Art ist der jeweilige Hilfebedarf und was ist dafür zu tun – welche Schritte stehen nun an?
Welche Formen der individuellen Hilfsangebote man auch zu erreichen versucht, sie beginnen alle mit einem Antragsprozedere in einem undurchschaubaren Behördendschungel. Für viele Betroffene ist das eine unüberwindbare Barriere und darum scheitern oft notwendige Hilfen, obwohl sie vorhanden sind, daran, dass der Betroffene diese nicht für sich selbst installieren kann.
Die Peerberatung dient hier als erste Orientierungshilfe und gemeinsame Ermittlung des Bedarfs. Auf Wunsch auch konkrete Vermittlung und Weiterleitung an Hilfestellen und Hilfe bei dortiger Kontaktaufnahme, bzw. Hilfe bei Antragstellung und Begleitung zu Behördengängen.

Onlineberatung

Für viele Autisten sind Beratungsgespräche mit hohem Stress verbunden. Manchen gelingt dies nur mit einem großen Aufwand an Vorlaufzeit, Anfahrtsstress und viele benötigen dafür sogar eine Begleitung. Das Beratungsangebot kann hier jeder barrierefrei und online, über ein in dieser Seite integriertes Videochat erhalten. Dadurch ist das Gespräch örtlich unabhängig und kann bequem und sicher in den eigenen vier Wänden und der gewohnten Umgebung stattfinden.

Beratung und Vermittlungsgespräche

Autisten beraten ihre Mitbetroffenen und auch deren unmittelbaren Bezugs- und Kontaktpersonen. Das sind z.B. Eltern und Partner, aber auch Pädagogen, Ausbilder, Arbeitgeber, etc. Autismusberater als Peerberater verstehen sich dabei vor allem als Übersetzer und Vermittler zwischen dem autistischen Menschen und seinem unmittelbaren Umfeld. So werden z. B. Eltern bei notwendigen Schulgesprächen oder Hilfeplangesprächen begleitet.
Das Ziel solcher Beratungsgespräche ist ein gegenseitig größeres Verständnis, mehr Toleranz und Akzeptanz, für die jeweils „etwas andere Art“ des Denkens, der Wahrnehmung und Sicht auf sich und seine Mitmenschen. Solche Gespräche können kommunikative Brücken sein und Barrieren, Distanzen und aufkommende Missverständnisse, die oft zwischen Autisten und Nichtautisten herrschen, verhindern.

Beratung an Schulen

Für das gesamte Lehrerkollegium wird es nach einer allgemeinen Einführung vertiefende Informationen zu unterschiedlichen Themengebieten geben. Diese werden nach Art und Wunsch der Schule individuell zusammengestellt. Die Veranstaltung kann als interne Fortbildung geltend gemacht werden.

Für Schulklassen wird ein spezielles Klassengespräch angeboten. Hierzu liegt ein umfangreiches und sensibel ausgearbeitetes Konzept vor. Das Angebot richtet sich vor allem an die Klassenkameraden eines autistischen Schülers unterschiedlicher Klassenstufen. Dieser Termin bedarf einer umsichtigen Vorbesprechung und Beteiligung der Eltern des betroffenen Kindes und seiner Lehrer.
Ziel dieser Klassengespräche ist das Erreichen von mehr Akzeptanz für den autistischen Mitschüler, Vorbeugung von Mobbing und zahlreichen Missstimmungen in der Klasse, die ein gemeinsames Lernen behindern können.

Für Elternabende besteht ein ähnliches Angebot. Denn im optimalen Fall geschieht Akzeptanz durch Verständnis und Aufklärung aller beteiligten eines Systems. Die Akzeptanz von „Anderssein“ jeglicher Art ist in unserer heterogenen Gesellschaft die wichtigste Botschaft, die Eltern und Lehrer ihren Schülern mitgeben können. Von einem Erwachsenen als Bezugsperson, der dies authentisch vorlebt, profitieren alle Schüler persönlich und auch nach vielen Jahren.
Von einer Klasse, die diesem Lehrer folgt,  profitieren alle. Am Ende die gesamte Gesellschaft.

Selbsthilfe

Für Autisten deren Angehörige gibt es in Deutschland zahlreiche Selbsthilfegruppen. Einige sind als Vereine eingetragen, andere angeschlossen über Selbsthilfeorganisationen oder haben sich völlig frei aufgestellt. Alle Selbsthilfegruppen haben zum Ziel, dass sich Personen mit gleicher Problemsituation treffen und all ihre Mitglieder von dem  gegenseitigen Erfahrungsaustausch profitieren. Die Teilnahme an den Gruppen sind in der Regel für die Mitglieder kostenfrei.
Autisten Informieren hat für Sie einen Finder erstellt, der Autismus-Selbsthilfegruppen und andere Anlaufstellen zur Hilfe und Unterstützung darin aufnimmt.

Selbsthilfegruppen auch online

Bedingt durch die Coronapandemie und den damit verbundenen Einschränkungen haben wir auch eine Autisten-Selbsthilfegruppe über Videochat. Somit sind wir auch hier nicht ortsgebunden und freuen uns auf Anfragen neuer Mitglieder aus anderen Bundesländern / Ländern. Diese Gruppen werden auch nach der Coronakrise weiterhin bestehen bleiben. Hierfür bitte Anfragen und kurze Vorstellung per Mail.

Wenn Sie eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe in dem Finder eintragen lassen möchten, dann verwenden Sie dafür bitte das Formular

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